Baustellen am Kanalsystem sind für die Öffentlichkeit immer sichtbar, jedoch gibt es auch für der Kläranlage Baustellen, die den Einwohnerinnen und Einwohner oft verborgen bleiben. Deshalb soll nun an dieser Stelle und in den kommenden Wochen ein Einblick in die aktuellen Projekte auf der Kläranlage gegeben werden.
Eine Kläranlage ist ein technisches Wunderwerk, das stark verschmutztes Wasser säubert und anschließend wieder dem Wasserkreislauf zuführt. Dafür benötigt sie allerdings viel Energie – neben Strom vor allem auch viel Wasser, je nach täglichen Aufgaben zwischen 12 und 14 cbm Wasser pro Tag. Zum Vergleich sei hier gesagt, dass nach Angaben des statistischen Bundesamtes eine Person pro Tag 126 l Wasser verbraucht, was einer Menge von rund 46 cbm pro Jahr entspricht. Dieses Wasser wird vorrangig als sogenanntes Prozesswasser unter anderem zum Waschen des Schmutzrechens, den Betrieb der Kammerfilterpresse oder zur Herstellung von Kalkmilch benötigt. Die Kalkmilch hat den Zweck, den flüssigen übrigbleibenden Klärschlamm zu binden und damit zu trocknen, um diesen dann zur landwirtschaftlichen Verwertung zu geben. Hierfür wird regelmäßig Kalkpulver zur Kläranlage geliefert, welches dann mit Wasser gemischt wird, um die Kalkmilch herzustellen.
Um Frischwasserbedarf zu senken und damit auch das Grundwasser zu schonen, soll der Großteil des Prozesswasser künftig direkt aus der Kläranlage gewonnen werden. Hierfür wird derzeit eine Brauchwasseranlage auf dem Gelände errichtet. Diese befindet sich im Bereich zwischen dem Nachklärbecken und den Schönungsteichen und ist Teil eines langjährigen Erneuerungsplanes der Kläranlage. In der Anlage selbst wird das Wasser u.a. durch UV-Filter hygienisiert und in das Leitungsnetz der Kläranlage gespeist. Weiterhin soll das Brauchwasser zum Gießen der neu gepflanzten Bäume im Stadtgebiet genutzt werden. Natürlich wird nicht das gesamte abgehende Wasser als Brauchwasser aufbereitet, der Großteil des geklärten Abwassers wird weiterhin in die Schönungsteiche und anschließend in die Gande abfließen. Die Inbetriebnahme der Brauchwasseranlage ist für Ende Juli diesen Jahres vorgesehen.
Übrigens berichten die Stadtwerke seit Kurzem auf der neuen Homepage www.stadtwerke.bad-gandersheim.de regelmäßig über aktuelle Baustellen, um der Öffentlichkeit einen größeren Einblick in die Aufgaben und Herausforderungen zu geben.
Für Fragen und Anregungen stehen die Stadtwerke unter 05382/73300 oder unter stadtwerke@bad-gandersheim.de gern zu Verfügung.



