Der Neubau der Stadtwerke Bad Gandersheim – ein Thema, das in der Vergangenheit und auch weiterhin eines der größten im Stadtgebiet ist. Oftmals werden dabei die Worte „Luxusbau“ und „Kostenexplosion“ genannt. Dieser Artikel soll über einige kursierende Gerüchte aufklären und einen Sachstand über den Baufortschritt geben.

Vorab muss festgestellt werden, dass der Neubau der Stadtwerke eines der größten Bauprojekte der Stadt Bad Gandersheim ist, weshalb die Diskussion hierüber sinnvoll und wichtig ist. Der Vorschlag vor Baubeginn, anstelle des Neubaus auf bestehende Gewerbeimmobilien zurückzugreifen, war ebenso nachvollziehbar wie die Sorge nach Kostenexplosionen und damit verbundenen Gebührensteigerungen. Diese Sorge kann jedoch genommen werden, denn die Gerüchte über eine Kostenexplosion, teils war von einer Kostensteigerung auf 20 Mio. EUR zu hören, entbehren jeder Grundlage. Tatsächlich wurden in die Kostenschätzung zu Beginn der Maßnahme Kostensteigerungen einkalkuliert, sodass der Kostenrahmen für die Baukosten von 10 Mio. EUR nach jetzigem Stand eingehalten wird. Nahezu alle Aufträge für die einzelnen Gewerke sind europaweit vergeben worden, lediglich die Umzäunung als letzte Vergabe muss noch erfolgen. Aus diesem Grund ist nicht davon auszugehen, dass große Kostensteigerungen folgen, denn die bietenden Unternehmen sind an den Angebotspreis gebunden und verfügen nur in geringem Maße über Spielraum für etwaige Nachträge. Auch spiegeln sich die Neubaukosten nicht in den im letzten Jahr erfolgten Gebührenerhöhungen wieder und werden es auch in Zukunft nicht, da diese Kosten nicht den gebührenfinanzierten Betriebsteilen (Trinkwasserversorgung, Schmutz- und Niederschlagswasserbeseitigung) zuzurechnen sind und eine Umlage auf die Gebühren schon rechtlich nicht möglich ist. Die Gebührenerhöhungen resultieren hauptsächlich aus einem Sanierungsstau im Bereich der Leitungen, der nun nach und nach abgebaut werden muss. Dieses Thema wird in einer der kommenden Folgen aufgegriffen.
Die Standortfrage des Neubaus wurde in der Vergangenheit ausführlich erörtert und wird deshalb an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt. Der Blick soll sich an dieser Stelle in die Zukunft richten, denn der Neubau schreitet planmäßig ohne größere Verzögerungen voran, sodass ein Umzug im ersten Halbjahr 2025 geplant ist. Der Neubau besteht aus einem zweistöckigen Verwaltungsgebäude, einer Werkstatt und einer großen Fahrzeughalle. Auf dem Dach der Fahrzeughalle wird eine PV-Anlage installiert. Das Regenwasser wird zu großen Teilen in unterirdischen Tanks aufgefangen, die einerseits als Löschwasserzisterne und andererseits als Zisterne für Gießwasser für das Team der Grünflächenpflege dient. Am nördlichen Rand befindet sich eine Rampe, auf der Schüttgüter und Grünschnitt in Container verladen werden können. Dort werden auch zwei Salzsilos aufgestellt, die die derzeitige Lagerscheune in Altgandersheim ersetzen sollen.
Alle Rohbauten stehen, und auch die Elektrik ist zu großen Teilen bereits verlegt. Beim gesamten Gebäude wurde Wert auf eine zweckmäßige Ausstattung mit möglichst geringen Unterhaltungskosten gelegt. So wurden alle notwendigen Räume nur knapp oberhalb der Mindestgröße geplant, das Mauerwerk in den Werkstätten wird bis auf wenige Ausnahmen lediglich gestrichen. Im Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes wurden alle zwingend notwendigen Räume - der Ratssaal, Büros, WC und Technikraum - errichtet. Bauliche Maßnahmen, die im ersten Augenblick vielleicht wie „Luxus“ erscheinen, wie z.B. der Einbau von dimmbaren Licht oder ein großer Erste-Hilfe-Raum, beruhen auf behördlichen oder versicherungsrechtlichen Auflagen und Pflichten, die für eine Arbeitsstätte eingehalten werden müssen und unabhängig von einem Neubau oder der Umnutzung eines Gebäudes nötig sind.

Ende Juni starteten die Estrich-Arbeiten im Verwaltungsgebäude. Da die Räumlichkeiten deshalb für eine längere Zeit nicht betreten werden konnten, wurde den Ratsmitgliedern kurzfristig die Möglichkeit zur Besichtigung gegeben. Die Anwesenden konnten sich hierbei einen Überblick verschaffen und insbesondere den Fortschritt im neuen Ratssaal begutachten. Alle Beteiligten waren sich einig, dass das entstehende Gelände die Situation für die Mitarbeitenden deutlich verbessert und die Stadtwerke somit für die Zukunft sehr gut aufgestellt sind.
Sobald der Neubau errichtet ist, erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich selbst ein Bild über die Fertigstellung zu machen. Die Stadtwerke hoffen auf eine große Akzeptanz des neuen, modernen Bauwerkes in der Bevölkerung
Für Fragen und Anregungen stehen die Stadtwerke unter 05382/73300 oder unter stadtwerke@bad-gandersheim.de gern zu Verfügung.